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28.06.2007 Interview
Ernährungsstil ändern – Sodbrennen vermeiden
Unregelmäßiges Essen und Stress führen zu übersäuertem Magen/Interview mit Ernährungswissenschaftlerin Dr. Ulrike Weingärtner
Köln – Ständig klingelt das Telefon, ein Termin jagt den nächsten. Zuhause wartet der Haushalt und die Einkäufe sind noch immer nicht erledigt. Oft bleibt keine Zeit für eine entspannte Mahlzeit. Der knurrende Magen muss sich mit etwas Schnellem begnügen, für einen Energieschub sorgt eine Tasse Kaffee. Doch unregelmäßiges Essen und Stress können zu säurebedingten Beschwerden wie Sodbrennen und saurem Aufstoßen führen.
viva.vita: Was sind die Auslöser von säurebedingten Magenbeschwerden wie Sodbrennen?
Dr. Weingärtner: Es gibt viele Auslöser: Zum einen die Ernährung. Zu fette oder zu süße Speisen mindern die Schließkraft des Muskels (Sphinkter) zwischen Magen und Speiseröhre um bis zu 30 Prozent. Er verhindert normalerweise den Rückfluss von Nahrungsbrei oder Magensaft in die Speiseröhre. Eiweißreiche Lebensmittel wie Milch und Fleisch regen die Säureproduktion an, vor allem wenn gleichzeitig zu wenig kohlenhydrat- und ballaststoffreiche Lebensmittel verzehrt werden. Auch kohlensäurehaltige Getränke fördern das Aufstoßen und den Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre. Eine andere Ursache ist Stress. In stressigen Phasen und unter Zeitdruck ernähren wir uns meist oft unbewusst ungesund: Fast food, Fertiggerichte, Süßigkeiten werden konsumiert. Diese führen schnell zu einer Magenübersäuerung und somit zu Sodbrennen. Der Betroffene spürt ein unangenehmes Stechen hinter dem Brustbein.
viva.vita: Welche Maßnahmen helfen Beschwerden zu vermeiden?
Dr. Ulrike Weingärtner: Grundsätzlich sollte auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung geachtet werden. Das ist im hektischen Alltag nicht immer einfach, aber gerade für das Essen sollte sich jeder Zeit einräumen. Bewusstes essen, langsames und langes kauen schont den Magen. Wichtig sind auch regelmäßige Mahlzeiten. Personen, die häufiger unter Sodbrennen leiden, sollten säurefördernde Speisen wie Süßigkeiten ebenso wie Kaffee oder Alkohol nur in Maßen genießen. Weiterhin hilft regelmäßige Bewegung. Menschen, die sich viel bewegen, können besser Stress abbauen und werden ruhiger. Dies wirkt sich positiv auf den weitern Lebensstil sowie das Verdauungssystem aus.
viva.vita: Ist Sodbrennen gefährlich?
Dr. Ulrike Weingärtner: Auch wenn es sich bei Sodbrennen nicht um eine schwerwiegende Krankheit handelt, sind säurebedingte Beschwerden sehr unangenehm. Druck und Schmerzen im Magen, saures Aufstoßen oder Brennen in der Speiseröhre können sehr belasten und sollten ernst genommen werden.
viva.vita: Was hilft gegen Sodbrennen?
Dr. Ulrike Weingärtner: Wichtig ist eine Umstellung der Ess- und Lebensgewohnheiten. Betroffene sollten auf ihren Körper hören. Meist verrät er ganz genau, welche Lebensmittel gemieden werden sollten oder wann die Belastung zu groß ist. Sollten die Beschwerden trotzdem gelegentlich auftreten, helfen so genannte Antazida, wie Talcid.. Es neutralisiert die überschüssige Säure im Magen und stellt gleichzeitig Bicarbonat zur Verfügung, mit dem der körpereigene Selbstschutz des Magens gestärkt wird. Wenn die Beschwerden allerdings öfter als zweimal die Woche auftreten, sollte ein Arzt um Rat gebeten werden.
Weitere Informationen unter www.talcid.de
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